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Montag, 19.03.2018

Allein gegen alle

MICHAEL NIMCZYK - Foto: traberfoto-sx(htz-press) - Fünf PMU-Rennen in Bahrenfeld am Montag ab 11.00 Uhr – Wer kann Michael Nimczyk bezwingen?

In den 1960er-Jahren gab es alle paar Wochen am Samstagabend eine Radio-Sendung mit dem legendären Hans Rosenthal, die ein echter „Straßenfeger“ war: Jeweils ein Hörer trat bei „Allein gegen alle“ mit fünf schwierigen Wissensfragen gegen ganze Städte an. Diese versuchten in Zeiten lange vor dem Internet mit schlauen Köpfen und einer Lexika-Armada im Rathaus, die richtigen Lösungen zu finden, um sich für die nächste Runde zu qualifizieren und vielleicht eines Tages den damals begehrten Titel „Unschlagbare Rätselstadt“ zu erlangen.

Dass es im Trabrennsport die berühmten „Unschlagbaren“ nicht gibt, ist hinlänglich bekannt, dennoch wird Goldhelm Michael Nimczyk am Montag ab 11.00 Uhr in Bahrenfeld alles versuchen, in den fünf PMU-Rennen des Vormittags zumindest für einen Renntag lang unschlagbar zu sein. Allein gegen alle eben. Unmöglich scheint das Umsetzen des schwierigen Unterfangens nicht, denn zweifellos nimmt der Champion in allen Prüfungen hinter Vierbeinern mit Siegchancen Platz. Nicht wenige seiner Fans werden in der angebotenen V5-Wette sogar nur eine einzige Reihe, vielleicht mit etwas höherem Grundeinsatz als den üblichen 0,20 Euro, abgeben, und ihre Tagesbilanz analog zur Helmfarbe des Champions vergolden wollen.

 Pflichtsieg zum Auftakt

 Sollte das ambitionierte Unternehmen „alle Fünfe“ schon im ersten Rennen scheitern, käme das einer Überraschung gleich. Michael Nimczyk steuert Hurricane Boshoeve, der beim ersten gemeinsamen Auftritt in Gelsenkirchen zwar erst spät eine Lücke fand, sich dann aber noch sehr souverän durchsetzte. Ein interessanter Gegner könnte Larsson (Heiner Christiansen) sein, dem vor Wochenfrist in Odense ein gefälliges Debüt gelang, als er lediglich den hohen Favoriten vor sich anerkennen musste. Auch eine halbe Stunde später wird auf dem Fahrerdress des Goldhelms der imaginäre Schriftzug „Favorit“ stehen, denn Arendelle könnte auf Dauer zu Höherem berufen sein. Drei Handicaps muss die Stute auf dem Weg zum Winnercircle allerdings überwinden: Leistungsstarke Gegner wie Chuckaluck (Lea Ahokas) oder Marimba (Christian Lindhardt), eine Startpause seit Weihnachten und den äußeren Startplatz. Da die beiden Hauptkonkurrenten aber sogar noch länger ausgesetzt haben, scheint auch Treffer Nr. zwei machbar.

Comeback nach sieben Monaten

Auch der dritte Starter des Goldhelms dürfte nach Klasse ein wenig herausstehen, wird aber keinen Spaziergang absolvieren können: Night Star Sam hat seit der „blauen“ Disqualifikation vor fast auf den Tag genau sieben Monaten kein Rennen mehr bestritten. Davor ist der Sohn der großartigen Noxean Com, die 2011 in Hamburg ein Zuchtrennen gewinnen konnte und ihre Laufbahn im selben Jahr mit einem Breeders Crown-Erfolg beendete, jedoch mit sechs Siegen bei acht Starts durch die Gewinnklassen marschiert. Die zweite Startreihe wird dem nicht als Blitzstarter bekannten Wallach nichts ausmachen, zu schlagen gilt es vor allem Green Mamba (Victor Gentz), Malory (Christian Lindhardt) oder April Classic (Birger Jörgensen).

Das ewige Duell

Trotz nur sieben Startern hat das sportliche Hauptereignis, das aus den Bändern gestartet wird, eine exquisite Besetzung gefunden. Von der Grundmarke aus werden vor allem Lokalmatador Little Danny (Michael Larsen) und Neuberliner Frank W (Andre Schiller) versuchen, zwei Großverdienern Paroli zu bieten: Das Duell zwischen Montecore Mo (Michael Nimczyk) und Rocky Egedal (Birger Jörgensen) ist nicht nur deshalb reizvoll, weil mit ihnen zwei absolute Könner mit mehr als 100.000 Euro Gewinnsumme antreten, sondern weil der norddeutsche Star mit dem Dänen noch alte Rechnungen offen hat. Schon Ende 2015 trafen sich beide in Billund bzw. Charlottenlund, beide Male hatte „Rocky“ das bessere Ende für sich.

Hattrick-Chance zum Schluss

Sollte es Michael Nimczyk tatsächlich gelungen sein, die ersten vier Rennen zu gewinnen, werden sich in der Abschlussprüfung alle Augen auf Sayuri Mo richten. Die Joker Mauritz-Tochter ist bei den letzten sechs Auftritten fünf Mal als Siegerin in den Stall zurückgekehrt und musste ihre Serie lediglich Weihnachten nach unglücklichem Rennverlauf unterbrechen. In der laufenden Saison steht ein Doppelschlag gegen allerdings nicht so starke Gegner wie diesmal zu Buche. Die Liste der Herausforderer wird von dem aktuellen Hamburger Doppelsieger Mephisto PS (Victor Gentz) und Glaedar (Heiner Christiansen) angeführt, dem vor Wochenfrist in Odense beim zweiten Platz ein feines Comeback gelang.