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8. JAN 2017

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Bei der Generalprobe zusammengerissen

15 Tage vor ihrem »Mount Everest«, dem mit 700.000 Euro dotierten Prix de Cornulier, hatten die fünfjährigen französischen Sattel-Spezialisten im Prix Léon Tacquet letztmals die Möglichkeit, zu überprüfen, ob die Form für einen Start in dem Top-Rennen reichen würde.

Am Wettmarkt waren die reicheren Fünf im engen Rahmen von 37 bis 66:10 gehandelt - zum einen, weil ein echter, über den Dingen stehender Primus der Generation »C« sich bislang nicht herausgeschält hat bzw. in Form von Che Jenilou schon wieder der Vergessenheit anheimgefallen ist, zum anderen, weil sie sich immer wieder mal im Galopp um die weiter reifenden Früchte ihrer Arbeit gebracht hatten. Das galt insbesondere für Canadien d´Am, der sich das allgemeine Credo der Experten zu Eigen machte, ohne die bei ihm sattsam bekannten unmotivierten Aussetzer der heißeste Sieganwärter zu sein, und mit zweimaligen Galoppeinlagen beim Aufcantern zur allgemeinen Verunsicherung kräftig beitrug.

Bei 53:10 schließlich drehte Mathieu Mottier den Ready Cash-Sohn an den Außenrails ein, der sich zum Durchatmen seiner Anhänger lammfromm benahm und fehlerfrei begann. Es brauchte allerdings bis zum Einbiegen in den unteren Bogen, um von außen näher ans Spitzenduo Cassandre d´Em und Candéla zu kommen. Im Scheitel dieses Bogens von Joinville erwischte es Cavalleria, während fast gleichzeitig Candéla endgültig die Führung übernahm, aber sofort Druck von Canadien d´Am bekam. Mit dem tat der bisher ein feines Meeting hinlegende Mottier das vermutlich einzig Richtige und ließ den launischen Kantonisten richtig stiefeln.

Bergauf war er das Zugpferd für Candéla, Cassandre d´Em, Chiricahua, Coranie Lebel und die sich außen versuchenden Clara du Pontseuil und Célina Polka - Captain Lyl und Caennaise verloren dort bereits den Anschluss - und ließ auch auf der Zielgeraden nicht ein Prozent locker, als die »Räuber« zu kommen versuchten. Nachdem Chiricahua 200 Meter vor dem Pfosten über ihre müden Beine stolperte und heraus war, Clara du Pontseuils Endspurt sich lediglich als Strohfeuer entpuppte und rasch erlosch - wobei sie der sich innen an ihr vorbei raufen wollenden Célina Polka vor die Füße lief, sie dadurch aus dem Schwung brachte und nur Rang drei ergatterte-, war etwas überraschend Candéla die hellste Kerze im Reigen der Herausforderer.

Doch auch Antoine Lhérété konnte nicht verhindern dass sich der bis aufs Debüt durchweg im Sattelsport engagierte »Kanadier« unangestrengt zum achten Treffer, der zugleich der fünfte der Kategorie II war, aus 19 Starts absetzte und sein Konto auf 374.810 Euro ausbaute. Man darf gespannt sein, wie er nach dieser gelungenen Generalprobe seine Premiere im 500 Meter längeren Prix de Cornulier hinbekommt. Nach »Enquête« musste Clara du Pontseuil wegen des Remplers Mitte der Zielgeraden gegen Célina Polka mit ihr Rang drei gegen vier tauschen - ein kleines (wenn auch vermutlich folgenloses) Lehrstück für den franco-affinen HVT, dass nach Fouls nicht immer disqualifiziert werden muss, sondern auch degradiert werden kann, was früher ja auch in Deutschland durchaus üblich gewesen ist.

ERGEBNIS

Samstag, 07.01.2017
Vincennes / Frankreich
Prix Léon Tacquet
120 000 € - 2175 m - Bänderstart - Reiten
Fünfjährige Stuten & Hengste, mindestens 38.000 €

1.Canadien d´AmMathieu Mottier1:12,353
2.CandelaAntoine Lhérété1:12,595
3.Célina PolkaAlexandre Abrivard1:12,845
4.Clara du PontseuilAnthony Barrier1:12,6*37
5.Coranie LebelMathieu Daougabel1:13,2790
6.Cassandre d´EmYoann Lebourgeois1:13,258
7.CaennaiseCamille Levesque1:15,1770
8.Captain LylBenjamin Rochard1:19,41110
 ChiricahuaMatthieu Abrivardd.r.260
 CavalleriaEric Raffind.r.66

Canadien d´Am - 5j. H. v. Ready Cash a.d. Kanadia v. Canada
Sieg: 53:10 - Platz: 23 - 26 - 17:10 - Zwilling: 248:10
Drilling: 389:10 - Dreierwette: 1.562:10

Sechsjährige Stuten, die keine 198.000 Euro verdient hatten, waren im international konzipierten Prix de Maisons-Alfort über 2850 Meter um 66.000 Euro angesprochen, wobei sich die drei »Europäerinnen« Seibella Park (Italien), Easytowin (Niederlande) und Diamond River (Schweden) in dieser Reihenfolge die Aufgabe der Regisseurin teilten. 350 Meter vor dem Ziel allerdings war die von Björn Goop gesteuerte Diamond River gründlich am Ende und kam nicht mal unter die platzierten Zehn.

Gerade rechtzeitig befreite sich Dion Tesselaar mit seiner Offshore Dream-Tochter innen entlang aus der Zwickmühle, doch sollte es beim achten Versuch in Vincennes wieder nicht zum ersten Sieg reichen: In einem packenden »Kampf auf breiter Front«, in dem gerade mal zwei Längen die Erste von der Siebten trennten, war ihr Matthieu Abrivard mit der aus dem Mittelfeld förmlich fliegnden Jag de Bellouet-Stute Baïla Sport um eine halbe Länge über. Doch auch die 16.500 Euro für Platz zwei waren nach zweieinhalb Monaten Pause kein Schmutz für die Holländerin aus dem Lot der Gerrits Recycling Group.

Cash and Go mit Stirnrunzeln

Interessantester Kandidat aus dem Rest der neun Rennen umfassenden Karte war im Prix de Chêteaugiron für fünfjährige Franzosen bis 51.999 Euro an Gewinnen um vergleichsweise popelige 39.000 Euro der ein schweres Erbe tragende Cash and Go. Der ebenfalls in den Farben von Pierre Pilarski unter der Regie von Sébastien Guarato laufende Vollbruder Bold Eagles, am 11. Januar 2015 in Argentan siegreich in die Karriere eingestiegen und von August 2015 bis Oktober 2016 pausierend, schaffte zwar mit Franck Nivard beim achten Start den sechsten Volltreffer, sah jedoch über 2300 der 2850 Meter nicht im Entferntesten wie der Sieger aus.

Erst dann kam der Braune mit dem großen Stern aus dem fünften Paar außen besser in Schwung und griff sich den lange führenden Chef Dairpet mit einigen Mühen, driftete im Eifer des Gefechts dabei nach innen und verlegte damit Crack de la Brosse die Durchfahrt. Matthieu Abrivard - sichtlich »angefressen« wegen des Schlenkers - musste seinen Partner aufnehmen, außen herum neu ansetzen und war im Ziel nur um eine Länge geschlagen, was die Stewards erneut per Überprüfung auf den Plan rief. Die beließen Cash and Go mit kräftigem Augenzudrücken Platz eins und 17.550 Euro Cash, womit dessen Konto auf 69.300 Euro sprang. - (mw)

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