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9. JAN 2017

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Generation B - wie »bestens gerüstet«

Das Winter-Meeting von Vincennes geht in seine ganz heiße Phase. »Feuerwerker« war an diesem Sonntag-Nachmittag der Prix du Calvados, so etwas wie die Generalprobe für den in 14 Tagen anstehenden Prix de Cornulier.

Mit der kleinen Einschränkung, dass in dem 150.000er auch Wallache zugelassen waren, die im wertvollsten Trabreiten der Welt um dann 700.000 Euro bekanntlich ausgeschlossen sind.

Die Kastraten - nach der Absage des Italieners Nene degli Ulivi zwei an der Zahl - sollten dieses Mal nur eine untergeordnete Rolle spielen. Im Gegensatz zu früheren Auflagen, als ein Roi du Lupin oder ein Texas de l´Iton sich zu den Herren der Dinge aufgeschwungen hatten. Letzterer war als Titelverteidiger erneut dabei und konnte wie Tango Somolli bereits kurz nach dem Start die Koffer wegen Galopps packen. Umso besser versahen die beiden Vertreter der grandiosen Generation B ihren Dienst, die, ist diese Probe nicht ein völliges Muster ohne Wert, in vierzehn Tagen eine ganz scharfe Klinge schlagen sollten, wenn es gilt, den großen Schatz zu heben.

Dabei war zu Beginn weder von Bellissima France noch Bilibili viel zu sehen, die in trauter Eintracht im letzten Paar daher zockelten und lediglich den schwach gestarteten Volcan d´Occagnes hinter sich wussten. Die Ansagen machte der wieder prächtig in Schuss gekommene Véloce du Banney, der von Udayama begleitet wurde, es folgten Attentionally und Athéna de Vandel vor dem Debütanten-Pärchen Aliénor de Godrel und Mellby Viking, der allein die Ausländer-Fraktion bildete. Bergauf offenbarte Athéna de Vandel gewisse »Kontaktprobleme«, wogegen Mellby Viking und Bilibili sich allmählich etwas näher ans Spitzentrio tasteten und Matthieu Abrivard mit Bellissima France alle vor sich hertrieb.

Nachdem sich Camille Levesque mit Timo Nurmos Langstrecken-Spezialist getraut hatte, Véloce du Banney am Gipfel mal ein bisschen auf den Zahn zu fühlen, wurden die letzten 500 Meter für den in Vincennes bislang gar nicht so stolzen »Wikinger« zum Waterloo: Völlig ausgepumpt passierte er als endlos Abgeschlagener die Linie. Wesentlich nachhaltiger machte sich Bilibili bemerkbar. An der Einmündung der kleinen Bahn gab Alexandre Abrivard entschlossen Gas, servierte den Piloten im Handumdrehen ab und brachte schnell vier, fünf Längen zwischen sich und das hinter hechelnde Feld, aus dem Attentionally scheinbar die Stärkste war. All jene, die ihr Geld auf den Sieger des Prix du Président de la République gesetzt hatten und sich Mitte des Einlaufs schon Richtung Auszahlkasse bewegten, mussten noch mal umkehren.

Im Prix Jules Lemonnier hatte Matthieu Abrivard seinem Cousin Alexandre bzw. dessen Scarlet Turgot im Speed den siegreichen Abgang vermasselt, dieses Mal stürzte er ihn mit Bellissima France, die 150 Meter vor dem Ziel den Doppel-Turbo zuschaltete, aus allen Siegträumen. Vielleicht war der Knackpunkt, dass Bilibili so allein auf weiter Flur nicht mehr recht eiferte - die wie ein Zug heranbrausende Blue Dream-Tochter jedenfalls erwischte ihn genau auf der Linie, machte damit ihren elften Sieg insgesamt, den dritten in Folge und vierten auf Gruppe-Niveau, perfekt und geht nun mit 629.830 Euro in die Cornulier-Schlacht. Sechs Längen zurück konnte sich Attentionally nur mäßig dafür empfehlen, zumal sie alle Hände voll zu tun hatte, die bei ihrer Monté-Premiere überaus muntere Aliénor de Godrel um einen »Hals« in Schach zu halten.

ERGEBNIS

Sonntag, 08.01.2017
Vincennes / Frankreich
Prix du Calvados
150.000 € - 2850 m - Bänderstart - Reiten
5j. bis 10j. aller Länder, mindestens 160.000 €

1.Bellissima FranceMatthieu Abrivard1:13,625
2.BilibiliAlexandre Abrivard1:13,734
3.AttentionallyDavid Thomain1:14,085
4.Aliénor de GodrelDamien Bonne1:14,0180
5.Véloce du BanneyFranck Nivard1:14,1110
6.Athena de VandelJean-Loïc Claude Dersoir1:14,5350
7.Volcan d´OccagnesEric Raffin1:15,1740
8.UdayamaClément Frecelle1:15,4450
9.Mellby VikingCamille Levesque1:17,5150
 Tango SomolliAntoine Lhérétéd.r.1120
 Texas de l´ItonMathieu Mottierd.r.100
-NS-Nene Degli Ulivi   

Bellissima France - 6j. St. v. Blue Dream a.d. Quanta Rosa Sun v. Kiwi
Sieg: 25:10 - Platz: 13 - 17 - 18:10 - Zwilling: 29:10
Drilling: 67:10 - Dreierwette: 510:10

Alle Favoriten weggebissen

Mit dem Prix de Tonnac-Villeneuve für die 2013 in Frankreich geborenen Stuten und Hengste scheint die frappierende Übermacht der beiden Allaireschen Haudegen Dollar Macker und Django Riff, die bislang fast alles gebunkert hatten, was es zu bunkern gab, endgültig gebrochen - wobei der Meister des Nachwuchses bei Guthaben von 568.050 (Dollar Macker) bzw. 830.900 Euro nun wirklich kein »trocken Brot« essen muss und dieses Duo für den einen oder anderen »Hunderttausender« noch immer gut genug ist. Nachdem Diego du Guélier bereits vor vier Wochen im Critérium des 3 Ans als 250:10-Außenseiter keine Angst vor großen Tieren gezeigt und die bisherigen Jahrgangs-Besten das Fürchten gelehrt hatte, legte der Schützling der Familie Mottier als erneut ein Riesenrenen hin und bewies, dass der »Derby-Coup« alles andere als Zufall war.

Als sich nach 200 Metern Dollar Macker vor Dijon, Déesse de Guéron und Dragon des Racques endgültig die Spitze gesichert hatte und wenig später sein Trainingskumpel Django Riff vor Draft Life, Diégo und Doberman den äußeren Schutzmann gab, schien für das Allaire-Doppel noch alles wie »business as usual«. Einen rigorosen Strich durch diese Rechnung machte bergauf Mottier, der für diese »Geschäftsidee« gar nichts übrig hatte und seinem Partner die Sporen gab. In dritter Spur griff der Kepler-Sohn an, zermürbte erst Django und dann Dollar Macker und erreichte nach diesem Gewaltakt den Schlussbogen in vorderster Linie.

Ganz reichen sollte es allerdings nicht: In einem Hasard-Finish, aus dem sich Dollar Macker um eine und Django Riff um zwei Längen heraushalten mussten und als Vierter bzw. Fünfter anschlugen, war ganz außen der von Franck Nivard punktgenau eingesetzte Doberman der Abstauber. Der von Nivard selbst vorbereitete Prodigious-Sohn biss sich mit seinem siebten Sieg zum ersten auf Gruppe-Level durch. Ein »Kopf« trennte ihn vom in allen Ehren unterlegenen Diego du Guélier, der schließlich die »Vorbohrungen« erledigt hatte, und auch nur einen »Hals« später war Draft Life am Pfosten. Nebenbei löschte Doberman mit seinen 1:12,1 Village Mystics Rennrekord aus dem Jahr 2013 um eine Zehntelsekunde und steht nun auf einer Ehrentafel mit unter anderem Ready Cash, The Best Madrik und Akim du Cap Vert.

ERGEBNIS

Sonntag, 08.01.2017
Vincennes / Frankreich
Prix de Tonnac-Villeneuve
120 000 € - 2175 m - Bänderstart
Vierjährige Stuten & Hengste, mindestens 23.000 €

1.DobermanFranck Nivard1:12,1157
2.Diego du GuélierMathieu Mottier1:12,157
3.Draft LifeEric Raffin1:12,1110
4.Dollar MackerJean-Philippe Monclin1:12,253
5.Django RiffYoann Lebourgeois1:12,319
6.DijonRomain Derieux1:12,4310
7.Douce RebelleFranck Ouvrie1:12,5240
8.Dragon des RacquesAlexandre Abrivard1:12,7620
9.Dahlia du RibJean-Loïc Claude Dersoir1:12,8820
10.Déesse de GuéronFranck Anne1:14,7900
 Diablo du NoyerWilliam Bigeond.r.290

Doberman - 4j. H. v. Prpdigious a.d. Quietude Mesloise v. Look de Star
Sieg: 157:10 - Platz: 35 - 27 - 30:10 - Zwilling: 314:10
Drilling: 481:10 - Dreierwette: 8.478:10

Geglückter Abstieg

Neun Siege aus lediglich 15 Versuchen hatte Call Me Keeper bislang in Frankreich gefeiert und war von Trainer Daniel Redén eigentlich als zweite Waffe für den Prix d´Amérique vorgesehen, wozu er sich bei seinem vergleichsweise schmalen Einkommen von 437.290 Euro unbedingt über eines der »B«-Rennen qualifizieren musste. In den beiden auserwählten Prüfungen ging jedoch alles schief: Im Prix du Bourbonnais sprang er Örjan Kihlström vom Start, im Prix de Bourgogne landete er nach der »schlechtesten Fahrt, die ich im letzten halben Jahr hingelegt habe«, wie Jean-Michel Bazire am Tag danach (2.1.) selbstkritisch zugab, als durchweg an der Innenkante Eingeschlossener lediglich auf Rang sieben, »ohne einen Meter gefahren zu sein«.

Eine zweite Chance, es besser zu machen, bekam »JMB« nicht, der bei Arazi Boko für Fabrice Souloys zeichnenden Philippe Billard im Wort war. Die »turfistes« hingegen hatten die Botschaft des Meisters verinnerlicht und schickten den Schweden beim »Abstieg« in den mit dem Auto über 2100 Meter gestarteten Prix de Lille für Kandidaten, die noch keine 470.000 Euro verdient hatten, für schmale 21:10 los. Redén selbst äußerte sich im Vorfeld längst nicht so optimistisch und …»wollte in erster Linie sehen, wo der Pine Chip-Sohn steht. Die »9« ist dafür durchaus passend - eingesperrt werden kann er dort nicht und zudem außen frei marschieren«.

Was der 37-Jährige von Vollstrecker Pierre Vercruysse vorgeführt bekam, dürfte ihn überaus zufriedengestellt haben. Hatte »Pierrot« auf der langen Startgeraden in dritter Spur mit Beau Gamin noch ein Führpferd, so verlor er dieses im Bogen von Joinville, als der Sechsjährige von Eric Raffin an die Spitze gewuchtet wurde, um sie kurz darauf an Arazi Boko abzutreten, womit Call Me Keeper der Wind der Frischluftspur um die Nase pfiff. Erbarmen kannte Vercruysse nicht, ließ den Siebenjährigen bergauf bei 10er Tempo gewaltig stiefeln und setzte sich Mitte des Anstiegs vor das Feld. Wer befürchtet hatte, dieser Parforcejagd könne den Hengst zu viele Reserven gekostet haben, wurde auf den finalen 500 Metern gründlich eines Besseren belehrt.

Ohne einen Handschlag seines Steuermannes, die Ohrenkappe nicht gezogen, setzte sich der Schwede in 1:11,5 und bärenstarker Manier um drei Längen ab und beließ dabei augenscheinlich reichlich Reserven im Tank. Tropic du Hêtre als auf den letzten 600 Metern Anführer der zweiten und Orient Horse als der der dritten Spur standen den Marsch längst nicht so gut durch und mussten Arazi Boko, Beau Gamin und Akido beim Kampf um die besseren Plätze vor sich dulden, wobei zumindest für Rang drei nicht allzu viel fehlte. Für Duke of Greenwood hingegen, der nach Call Me Keepers Kommando-Übernahme kurzfristig den Fahrtwind der zweiten Spur abbekam, erwies sich die geballte Ladung an starken Rivalen als zu üppig: Deutschlands Derby-Zweiter 2013, wie so häufig von Dominik Locqueneux umsichtig chauffiert, kam auf dem Schlussabschnitt gehörig unter die Räder und passierte die Linie als Letzter. - (mw)

ERGEBNIS

Sonntag, 08.01.2017
Vincennes / Frankreich
Prix de Lille
88 000 € - 2100 m - Autostart
6j. bis 10j. Europäer, nicht mehr als 500.000 €

1.Call Me KeeperPierre Vercruysse1:11,521
2.Arazi BokoJean-Michel Bazire1:11,964
3.Beau GaminEric Raffin1:11,9110
4.AkidoJean-Philippe Monclin1:12,0840
5.Orient HorsePierre Levesque1:12,080
6.Nephenta LuxThomas Levesque1:12,01010
7.Tropic du HêtreGabriele Gelormini1:12,0190
8.United BackAlexandre Abrivard1:12,1760
9.SauveurBjörn Goop1:12,270
10.Ustie HauforCharles Julien Bigeon1:12,3260
 Thé de ChineJean-Loïc Claude Dersoiro.Z.790
 Duke of GreenwoodDominik Locqueneuxo.Z.380
 Boeing du BocageLoïc Guinoiseauo.Z.1220
 Quick FixCédric Terryo.Z.1140
 Vulcain de VandelFranck Nivardd.r.340
-NS-Brutus de Bailly   
-NS-Sugar Rey   

Call Me Keeper - 7j. H. v. Pine Chip a.d. Eliza Keeper v. Credit Winner
Sieg: 21:10 - Platz: 14 - 18 - 23:10 - Zwilling: 76:10
Drilling: 155:10 - Dreierwette: 580:10

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