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11. MRZ 2018

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Trotz Startfehler eins ausgewischt

Hauptereignis der Rennkarte von Marc-en-Barœul, dem Vorort von Lille dicht an der belgischen Grenze, besser bekannt als Le Croise-Laroche, war ein Handicap.

40.000 Euro lockten im Grand Prix Charles Desrousseaux Traber auf den 1.662 Meter weiten Linkskurs, die seit dem 2. November 2017 keine 50.000 Euro gewonnen hatten. Die Reicheren von ihnen - solche, die 350.000 Euro und mehr auf dem Konto haben - mussten 25 Meter mehr arbeiten. Eher ein geringeres Problem für Pferde wie Azaro d´Eva, Cobra Bleu, Bolide Jénilou sowie die »Millionäre« Ustinof du Vivier und Akim du Cap Vert, wenn das Rennen über 2800 Meter führt und ein ewig langer Einlauf auf sie wartet. Aus ihren Reihen stammten denn auch die drei Favoriten, doch lief ihnen einer von der Grundmarke den Rang ab, der mit einem Startfehler begonnen und sich ein bisschen zu ihnen nach hinten gesellt hatte.

Charles-Julien Bigeon hatte Arthuro Boy jedoch rasch wieder am Gebiss und vermochte den Schützling von Yves Dreux in der ersten Kurve im zweiten Paar außen unterzubringen. Drei Positionen hinter ihm lauerte Akim du Cap Vert, dem Bolide Jénilou, Ustinof du Vivier sowie Favorit Cobra Bleu außen folgten. Nach einer Runde begann Pierre Vercruysse seine Aufholjagd, musste dafür lange durch die dritte Spur und vermochte erst 500 Meter vor dem Ziel zur führenden Attaque Parisienne aufzuschließen. Dieser Kraftakt sollte sich für »Cobra« bitter rächen, der zwar die bis auf den letzten Platz zurückfallende Stute zügig im Schwitzkasten hatte, seinerseits jedoch sofort durch Arthuro Boy unter Druck geriet.

Im Gegensatz zu Cobra Bleu, der trotz redlicher Mühen nur die kleinste Prämie festhielt, zog der für Dreux eigene Kasse laufende und auch von ihm gezüchtete Le Retour-Sohn seinen »Stiefel« bis zum Pfosten eisern durch und raufte sich in einem furiosen Finish, in dem weit außen aus dem Hintertreffen Ustinof de Vivier und Akim du Cap Vert die berühmte Idee zu spät auf vollen Töpfen liefen, mit einem »Hals« gegen Valse Mika (Sylvain Roger) ins Ziel, die aus dem Windschatten der müden Pilotin rechtzeitig auf freie Bahn gefunden hatte. Seit dem 7. August 2016 bzw. 25 Versuchen hatte Arthuro Boy auf diesen seinen siebten Treffer warten müssen - kein Wunder, dass der achtjährige Hengst, dem 18.000 Euro gutgeschrieben wurden, bei 507:10 ein mittleres Toto-Beben auslöste.

Eine halbe Länge zurück schnappte sich Ustinof de Vivier (Rick Ebbinge), der sich über Winter mit drei Siegen in Mons und Rang drei im Grand Prix d´Hiver in Kuurne fit gehalten hatte, Scheck Numero drei haarscharf vor Akim du Cap Vert (Franck Anne), der sich nach langer Pause vergeblich für den Prix d´Amérique zu qualifizieren versucht und noch im Prix de Paris ein trauriges Bild abgegeben hatte. »Ich bin gefahren, um zu gewinnen. Natürlich war das ein enormer Kraftakt, und am Ende hing Cobra ziemlich in den Seilen. Er ist längst nicht der Alte, sonst hätte er selbst diesen anspruchsvollen Transport besser durchgestanden. Ich werde das Training ein wenig umstellen, ihn reiten lassen und in fünf Wochen in Vincennes erneut starten«, zog Pierre Vercruysse ziemlich ernüchtert Bilanz.

Die von Bigeon junior fiel selbstredend sehr viel schwungvoller aus: »Vielleicht sprang Arthuro am Start, weil ich ihn beim Aufcantern zu sehr unter Druck gesetzt habe. Zum Glück konnte ich den Fehler früh ausbügeln, so dass er dennoch perfekt im Rennen lag. Ich hab ganz auf die letzten 700 Meter gesetzt; er hat sehr gut reagiert und war ungeheuer mutig«. Auch Sylvain Roger, für den es in diesem Winter läuft wie selten zuvor, zeigte sich hoch erfreut über Valse Mikas Ehrenplatz: »In dem hin- und herwogenden Finish hatten wir den Sieg lange im Visier«. - (mw)

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