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11. MRZ 2018

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Einer fehlt noch

Beweisen muss ein Zehnjähriger, der in seiner 123 Auftritte umfassenden Laufbahn 38 Siegerschleifen und 15 Millionen Kronen eingetrabt hat, niemandem mehr etwas.

Ein echtes Ziel hat Hans Strömberg mit On Track Piraten, dem »Pferd meines Lebens«, allerdings noch: Callits Rekord von 27 Siegen in V75- bzw. des zweifachen schwedischen Trabers des Jahres aktiver Zeit V65-Rennen zumindest zu egalisieren. Nach dem Mälarpriset in Eskilstuna fehlt dem »Stehaufmännchen«, das, nach mäßigen Leistungen oftmals totgesagt, x-mal wieder auferstanden ist, nur noch einer.

Auf der einstigen Open Stretch-Piste 120 Kilometer westlich von Stockholm holte er sich, erneut in der Hand seines Trainers, den »Skalp« des 12:10-Favoriten Zenit Brick, mit dem Örjan Kihlström seine rabenschwarze Serie fortsetzte und eine Fülle von Wettsystemen ins Unglück stürzte. Seit Wochen läuft dem »Iceman« vieles zuwider, kann der sonst so erfolgverwöhnte 55-Jährige gerade mal jedes zehnte Rennen für sich buchen.

Über 2640 Meter ließ er es mit Zenit Brick ruhig angehen und sich die Anderen um die Spitze balgen, für die sich bald Narold Vox vor Nappa Scar, Bear Dancer, West Wing und Stay the Night durchsetzte, während Timo Nurmos’ Brauner mit der breiten Blesse - deutlich nach hinten versetzt - die zweite Spur anführte und mit On Track Piraten, dem Queer Fish und Explosive de Vie auf den Fersen waren, den vermeintlich härtesten Widersacher direkt in seinem Nacken spürte. Ganz allmählich tastete sich der Make It Happen-Sohn zu Narold Vox vor, der in lächerlichen 1:14,9 zwei Kilometer lang unbehelligt seine Bahnen ziehen durfte.

Dann endlich wurde »Männersport« ausgerufen. Sofort war der Orlando Vici-Sohn in allergrößten Schwierigkeiten, die sich bis ins Ziel massiv ausweiteten und ihm trotz des Sparmodus unterwegs lediglich die kleinste Prämie bescherten. Konnte Zenit Bricks riesige Anhängerschar eingangs der Zielgeraden scheinbar berechtigt hoffen, so wurden ihre Gesichter immer länger, je näher der Pfosten kam. Auch das Ziehen der Ohrenkapuze 100 Meter vor dem Ziel rettete den Favoriten nicht mehr. Bombensicher zog »OTP«, als Gewinner des Großen Preises von Deutschland 2012 auch hierzulande wohlbekannt, um eine Dreiviertellänge zum 39. Volltreffer vorbei, mit dem sein Konto nun bei 15.870.505 Kronen steht.


Zenit Brick hingegen baute seine mirakulöse Bilanz aus: Ihm blieb auch nach dem sechsten Doppeltreffer seines Arbeitslebens der Hattrick verwehrt. Drei Längen zurück gab Queer Fish als vierte Kraft des Wettmarkts West Wing, der Nummer drei des Tableaus, um Bronze ähnlich deutlich das Nachsehen. »Obwohl er mir in seiner Trabaktion gar nicht mal sonderlich gut gefallen hat, bin ich natürlich hochzufrieden - aber wir hatten auch ein Traumrennen hinter dem großen Favoriten. Er war und ist halt ein großer Kämpfer, der vieles überspielt. An Eskilstuna habe ich beste Erinnerungen. Hier gewann er vor etwas mehr als sechs Jahren die E3-Revanschen in famosem Stil. Das war der Durchbruch zum Spitzenpferd«, jubelte der nur noch selten in den Rennsulky steigende 64-jährige Strömberg.

ERGEBNIS

Samstag, 10.03.2018
Eskilstuna / Schweden
Mälarpriset
403.500 Skr - 2640 m - Autostart
FFA

1.On Track PiratenHans Strömberg1:13,854
2.Zenit BrickÖrjan Kihlström1:13,912
3.Queer FishKaj Widell1:14,1117
4.West WingUlf Ohlsson1:14,3105
5.Nappa ScarPer Lennartsson1:14,6295
6.Bear DancerStefan Söderkvist1:14,6470
7.Narold VoxUlf Eriksson1:14,8479
8.Explosive De VieJim Oscarsson1:14,81139
9.Stay The NightOskar Kylin-Blom1:15,51707
 Milligan´s SchoolTorbjörn Janssond.r.775

On Track Piraten - 10j. W. v. Kool du Caux a.d. Monrovia v. Rite on Line
Sieg: 54:10 - Platz: 11 - 10 - 13:10 - Zwilling: 28:10 - Dreierwette: 432:10

Nachdem er mit vier Siegen, die ihm insgesamt 675.000 Kronen beschert hatten, im »Sturmschritt« durch die Klassen II und I gefegt war, zeigte sich Olle Rols zur Premiere auch der Bronsdivisionen vollauf gewachsen - und das trotz eines kurzen Fehlers, der dem Ready Cash-Sohn beim ganz engen Eindrehen unterlief. Peter Ingves hatte das schwarzbraune Kraftpaket nach vier Galoppsprüngen wieder im Griff, jedoch eine ordentliche Lage völlig verloren und musste 700 Meter durch Spur drei strampeln, bis er im dritten Paar außen einparken durfte.

Ungeachtet des Aufwands absolvierte der Wallach die Schlusskurve klaglos in dritter Spur und kam zum sechsten Mal in Folge souverän zum Zuge. Das Konto des 22:10-Favoriten, der bei seinen 14 Versuchen das Treppchen nur einmal verfehlt hat, kletterte auf 938.900 Kronen. »Er ist ein Typ, der nie müde wird. Ich ahnte früh, dass es trotz des kurzen Rumplers auch in der gehobenen Klasse reichen würde. Wie weit er kommt, wird man abwarten müssen. Körperlich ist er ein bisschen zu klein für ein echtes Klassepferd«, kommentierte Trainer Mats Rånlund.

In Abwesenheit von unter anderem Björn Goop, Peter Untersteiner sowie der erkrankten Erik Adielsson und Christoffer Eriksson avancierte Ulf Ohlsson zum Mann des Tages. Mit drei V75-Siegen für drei verschiedene Vorbereiter - GlobalSatisfaction wird von Timo Nurmos, Lightningsky von Reijo Liljendahl und Sir Q.C. von Catarina Lundström vorbereitet - grüßt Schwedens Champion in einer Momentaufnahme der Tabelle mit acht Erfolgen vor Peter Ingves (6) von ganz oben.

Weiter geht es am nächsten Samstag im norwegischen Momarken. Zum traditionellen Unionskampen, bei dem es einen gemeinsamen V75-Topf gibt, lockt Schwedens und Norwegens Wetter ein 20 Millionen Kronen schwerer Jackpot, der aus dem »mangels Masse« nicht ausbezahlten Anteil des dritten Gewinnrangs entstanden ist. - (mw)

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