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Foiled Again im »Hunderter-Club«

Es ist endlich erreicht! Wie es mit Jubiläen manchmal so ist: Nachdem er das neue Jahr - seine insgesamt zwölften Rennsaison - fulminant mit dem 99. Volltreffer der Karriere eröffnet hatte, ließ Foiled Again die Honoratioren auf die runde Nummer ein gutes Weilchen, nämlich ein halbes Jahr oder elf Auftritte warten, wobei er noch eine schöpferische, weil verletzungsbedingte Pause einlegen musste.

Am Sonntag im vorletzten der 14 ausschließlich Pacern vorbehaltenen Rennen auf Harrah´s Philadelphia war es endlich soweit, und es bricht dem Wallach nicht der kleinste Zacken aus der Krone, dass es nur eines der in Nordamerika allgegenwärtigen Handicaps um 11.000 Dollar war, in dem der 14-Jährige zum »Hunderter« wurde. Fast schon standesgemäß gebührte Nordamerikas vierfachem »money winning champ« Yannick Gingras die Ehre, den Sack mit einer tollen Performance zuzubinden, bei der Foiled Again vom Start bis ins Ziel den Taktstock felsenfest in der Hand behielt.

Das allein wäre im Land der Sensationen und Laut-Töner keine großartige Meldung wert. Der am 10. November 2005 in Harrisburg als Nummer 520 für 20.000 Dollar veräußerte Dragon Again-Sohn ist jedoch nicht irgendein Pacer, sondern der gewinnreichste der Welt und steht mit seinen 7.584.028 Dollar, die er in 315 Auftritten gescheffelt hat, an der Spitze aller Sulkypferde. Deutlich vor Timoko, der nach seinem achten Sieg in Cagnes-sur-Mer am 26. August 2017 nach 101 Starts mit 5.006.731 Euro im Gepäck den Rennbahnen dieser Welt »adieu« sagte und sich nun vollständig der auch schon zuvor ausgeübten Tätigkeit als Deckhengst widmet.

Dieses zweite »Standbein« kam für Foiled Again als Wallach nicht in Frage, und ganz sicher nur der Kastration ist es zu verdanken, dass ihn Amerikas Publikum noch immer auf der Rennbahn bewundern darf. Bei dem immensen Einkommen ist er jenseits des Atlantiks bekannt wie der sprichwörtliche »bunte Hund«. Neben 100 Siegen sprechen 65 zweite und 44 dritte Plätze auf zumeist höchstem Niveau eine deutliche Sprache. Er allein hat mehr verdient als jene 16 Pacer zusammen, die in den letzten 40 Jahren laut amerikanischer Statistik 100 Siege und mehr errungen haben. Von Oktober 2006 bis Juni 2008 von Hermann Heitmann ausgebildet, kam er anschließend zu Michael Burke, der ihn, als er das Trainergeschäft am 1. März 2009 aufgab, seinem Sohn Ron »vererbte«.

Unter der Regie des Dauer-Champions der nordamerikanischen Trainer-Gilde bekam er für den Sieg im »Levy«-Final in Yonkers am 2. Mai 2009 seinen ersten sechsstelligen Scheck gutgeschrieben, dem 20 weitere folgen sollten. 2013 wurde er mit neun Jahren zum ältesten Breeders Crown-Sieger aller Zeiten. Drei »Dan Patch Awards« für den besten älteren Pacer prangen auf seiner Visitenkarte, dazu der Titel des Pacer of the Year 2011. Auf 25 verschiedenen Bahnen ist der Unverwüstliche bislang seiner Arbeit nachgegangen, und …»wenn er mitspielt, so möchte ich ihn in seinem letzten Rennjahr den Fans auf möglichst vielen Bahnen präsentieren. Dieses Pferd im Rennstall zu haben, ist ein echtes Geschenk. Er ist unser Maskottchen und wird uns allen fehlen, wenn er am Jahresende die Eisen definitiv an den berühmten Nagel hängen muss«, schwärmt der in diesem Geschäft gestählte und gewiss nicht zu übertriebenen Sentimentalitäten neigende Ron Burke über das »Eiserne Pferd«, das längst einen ähnlichen Kultstatus genießt wie einst Bankers Willie.

Jener von 1976 bis 1983 aktive Wallach ist mit 128 Siegen aus 305 Auftritten die Nummer zwei in der Siegliste der nordamerikanischen »Standardbreds«, die seit 1973 geboren sind, hat aber mit 2.038.219 Dollar weit mehr verdient als der Spitzenreiter: Niffit, auch er ein passgehender Wallach, hat 137 seiner 422 Rennen, jedoch nur magere 30.617 Dollar gewonnen. Vor 1973 fehlen nicht nur in den USA verlässliche Daten.

In Deutschland wird der unter anderem in Berlin bei Manfred Zwiener, Gottlieb Jauß und Michael Hönemann stationierte Orwell Star (bis 3. August 1997) mit 90 Siegen aus 206 Einsätzen als Nummer eins geführt. Gesicherte Daten gibt es beim HVT jedoch erst ab 1978. Als siegreichster DDR-Traber aller Zeiten steht der 1971 geborene Leonidas-Sohn Latinus aus dem Quartier von Joachim Czaplewski mit 85 Siegen in den Büchern. Vermutlich auf ewig unerreicht bleiben wird jener 201. Sieg, mit dem sich Kaltblut-Kult-Legende Järvsöfaks am 28. Dezember 2009 im mittelschwedischen Romme von seinem Publikum in die Rente verabschiedet hat. - (mw)

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