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7. AUG 2018

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Jimmy Takters »Sabbat-Jahr« rückt näher

Nach dem für ihn neuerlich grandios verlaufenen »Hambo Day« bekräftigte Jimmy Takter gegenüber schwedischen Journalisten, dass es für ihn keinen Rücktritt vom für 2019 geplanten »Sabbat-Jahr« geben werde, das der am 9. September 1960 im südschwedischen Mantorp geborene jüngere der beiden Brüder bereits im Herbst vorigen Jahres verkündet hatte.

Nach 35 Jahren in den USA - seinen ersten Sieg feierte er 1983 auf The Meadowlands mit Baltic Speed in einem New Jersey Sire Stake -, in denen seine Schützlinge rund 125 Millionen Dollar eintrabten, womit er hinter dem uneinholbaren Ron Burke genauso die Nummer zwei ist wie in der Statistik der letzten sechs Jahre, »ist es an der Zeit, das Leben mal in etwas andere Bahnen zu lenken.« Das war das Credo des seit dem Jahr 2000 amerikanischen Staatsbürgers nach der rauschenden Hambletonian-Party, bei er mit den Oaks, dem Peter Haughton und dem Jim Doherty Memorial drei der sechsstellig dotierten Prüfungen zu seinen Gunsten entscheiden konnte und seinen Status als der Ausbilder für junge Pferde schlechthin felsenfest untermauerte.

»Es war ein toller Tag für unser Team. Unsere Pferde haben sich hervorragend geschlagen und rund eine der 3,9 Millionen Dollar eingerannt, die es insgesamt zu verdienen gab. Es war ja nicht das erste Mal, dass wir an solchen Monsterrenntagen - dazu zählen die Breeders-Crown-Entscheidungen und die Grand-Circuit-Tage beispielsweise in Kanada und in Lexington - so gut abgeschnitten haben. Aber ich brauche unbedingt eine Pause - geistig wie körperlich. Ich bin nicht der Typ, der sich ewig mit 15 bis 20 erstklassigen Pferden jede Saison aufs Neue in der Spitze bewähren kann und muss.

Das hab ich in den letzten Jahren immer deutlicher gespürt. Es ist verdammt anstrengend, stets auf derart hohem Niveau präsent zu sein. 2019 werden Christina (seine Ehefrau) und ich uns mal ein bisschen in der Welt umsehen und Sulkypferde nicht mehr an jedem Tag rund um die Uhr die erste Rolle spielen. Meine Tochter Nancy, die ja selbst schon einige Stars entwickelt hat, wird einige jener Pferde weitertrainieren, die für die bedeutenden Prüfungen 2019 in Frage kommen.« Eine Reise ist bereits gebucht: »Ab Montag (6. August) werde ich mit meiner Familie eine Woche auf den Bermudas verbringen. Ich freue mich schon darauf, mal richtig auszuspannen.«

Richtig happy war Jimmy über die beiden Siege seines Bruders Johnny, der zudem einen dritten Treffer mit Lagerfeld nur um einen Hals verpasste, einen fünften Platz im Peter Haughton Memorial und einen zweiten im Hambo-Entlastungslauf für Lutfi Kolgjini herausfuhr und lediglich einmal in einem Pacer-Vergleich kein Geld mitbrachte: »Er hat seit Jahren Probleme, sich Mal um Mal zu motivieren, in den Sulky zu steigen. Schade drum, denn er ist einer der besten Catchdriver der Welt. Ich habe ihn Dienstag (31. Juli) angerufen und gefragt, ob er nicht ein paar meiner Pferde fahren wolle, und er hat zu meiner Freude sofort zugesagt. Ich wünschte sehr, es ginge ihm besser - dafür würde ich viel geben. Doch das Gewinnen allein nützt da nichts. Er muss mit sich selbst ins Reine kommen…«

35 Jahre knallharte körperliche wie nervliche Arbeit haben bei Jimmy Spuren hinterlassen: »Es ist ja nicht mit dem täglichen Training getan. Du hast Pferde im Stall, für die ihre Besitzer immens investiert haben. 100.000-Dollar-Jährlinge sind gerade in meinem Lot eher die Regel denn die Ausnahme, und entsprechend hoch sind die Erwartungen - auch von meiner Seite. Auch wenn es sich wenig tiergerecht anhört - so läuft nun mal die »harness industry«. Jedes Jahr muss dieses Gesamtpaket inklusive Kontakte zur Presse, Reiselogistik, Rennmanagement usw. in der Spur gehalten werden, damit alle zufrieden sind und bei der Stange bleiben. Ich freue mich wirklich, mal alles zurück lassen, mich mehr um meine Eltern kümmern zu können, die ich in den letzten hektischen Jahren viel zu selten und vor allem in Ruhe gesehen habe. Mich reizt Neuseeland, wo ich noch nie war, aber auch Paris, das ich nur für ein paar Tage in jenem Jahr 1999 erlebt habe, als meine Moni Maker den Prix d´Amérique gewonnen hat. Einmal dieses Monsterrennen mehr oder weniger so entspannt von der Tribüne erleben wie der ganz normale Zuschauer - das ist doch was.«

Ron Burke über 200 Millionen

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Ron Burke an besagtem Hambo-Day Historisches gelungen ist. Erstmals erreichte ein Trainer im Geschirr-Sport die 200-Millionen-Dollar-Marke, nachdem dies im Fahrerlager auch nur John Campbell (299.899.141 USD), Dave Miller (227 Mio.) und dem wegen Problemen mit der Halswirbelsäule seit 2015 nicht mehr aktiven Ron Pierce (215 Mio.) gelungen ist.

Filibuster Hanovers dritter Platz im Sam McKee Memorial für die Passgeher hievte den 48jährigen, der das Trainergeschäft 2008 von seinem Vater übernommen hat und seit dem Folgejahr an der Spitze der Ausbilder steht, in geradezu atemberaubendem Tempo auf diese Höhe. Am Ende des 4. August stand sein Konto bei 200.277.159 Dollar, wofür die von ihm vorbereiteten Pferde 41.772 Mal am Start waren und 8.967 Mal als Erste die imaginäre Linie gekreuzt haben. Burke, dessen Schützlinge 2013 erstmals mehr als 20 Millionen Dollar einrannten, stellte 2014 mit 1.093 Saisonsiegen bzw. 28.414.071 Dollar an Prämien (aus 5.031 Starts / fast 14 pro Tag) nie zuvor oder danach erreichte Werte auf. (mw)

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