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8. AUG 2018

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Sauberes Spiel zum Vierten

Wie üblich trafen sich die Teilnehmer des Grand National du Trot nach sieben Wochen Sommerpause in St. Malo, dem malerischen Hafenstädtchen an der französischen Kanalküste, um mit der achten Station zugleich die zweite Halbzeit der diesjährigen Tour unter die Hufe zu nehmen.

18 Gespanne, von denen Alpha Saltor und Uniflosa Bella zwei Zulagen wettzumachen hatten, sorgten auf dem 1360 Meter langen Rechtskurs für eine bis auf den letzten Platz besetzte Prüfung, bei der sich der unangefochtene Spitzenreiter des Gesamtklassements die Ehre gab. Der Ehrentitel Le Cannibale ist im französischen Trabrennsport an Jag de Bellouet vergeben, der ihn seinerseits von Eddy Merckx geerbt hat.

Wie der Belgier, der in seiner Glanzzeit bei der Tour de France die Rivalen nach Belieben und wahlweise bei Zeitfahren, auf Berg- wie Flachetappen regelrecht gedemütigt hatte, spielt heuer auch Cleangame mit den Gegnern Jojo. Selten in der 37-jährigen Geschichte dieses GNT hat ein Pferd derart dominiert wie dieser Wallach - übrigens ein Enkel Jag de Bellouets - zu dem Jean-Michel Bazire nach einem Zerwürfnis von Besitzer Jean-Michel Rancoule mit Sébastien Guarato gekommen ist wie die Jungfrau zum Kind. Der hatte ihn schon mit seinem Europa-Crack Rapide Lebel verglichen, einem außergewöhnlich schnellen, gleichwohl enorm schwierigen und heißen Feuerstuhl.

Ganz so präsentiert sich sein Nachfolger schon lange nicht mehr, ja hat sich unter JMBs Regie nachgerade zum Musterschüler entwickelt. Sechs Siege und ein zweiter Platz bei sieben Starts stellten ihm ein erstklassiges Zeugnis aus. Mit dem Startschuss der ersten Etappe machten Bazire und Cleangame deutlich, dass der Gesamtsieg in dieser Rundfahrt, die ja erst mit der Clôture am 2. Dezember zu Vincennes beendet ist, nur über sie führen kann.

Die ersten beiden Stationen in La Capelle und Marseille waren schon mal seine, der Ehrenplatz in Le Croisé-Laroche ein klitzekleiner Kratzer, den er mit einem weiteren Erfolg in Laval umgehend korrigierte, und dass er von seiner Gefräßigkeit aber auch gar nichts verloren hat, bewies er an diesem bei 23 Grad, Sonnenschein und einer frischen Brise sehr angenehmen Sommertag am Ärmelkanal vor proppevoller Hütte.

Wie immer ließ ihn sein Steuermann im zweiten Band ganz außen eindrehen, wo er sich aus jedem Trouble heraushalten und in aller Ruhe Fuß fassen konnte, und verstaute ihn unauffällig im Mittelfeld. Umso munterer waren die Chargen aus dem ersten Band bei der Sache und legten ein Tempo vor, dass dem 15:10-Favoriten perfekt in die Karten spielte.

Am zügigsten kam Amigo Turgot in Schwung, der die Spitze erst gegen Aldo d´Argentré, dann gegen seinen Trainingskumpel Copernic de Play verteidigte und es auch gegen den nach 1600 Metern attackierenden Chicago Blues versuchte. Der musste mächtig Gas geben, bis es ihm gelang, ausgangs der vorletzten Kurve an dem Prince d´Espace-Sohn vorbei in Front zu ziehen, der damit seine taktische Aufgabe erfüllt hatte. Das alles sah Bazire freudestrahlend mit an.



In der letzten Kurve gab Frankreichs 19facher Champion seinem Partner, inzwischen im zweiten Paar außen ideal liegend, den Kopf frei. Der rauschte in dritter Schlussbogenspur bis zu Chicago Blues, verharrte dort bis eingangs der Zielgeraden und band den Sack von dort an gnadenlos mit einem Doppelknoten zu. Ohne einmal ernsthaft angefasst zu werden, flitzte er aufreizend leichtfüßig zum 17. Sieg insgesamt und siebenten unter Bazires Obhut aus lediglich 30 Versuchen, unter denen auch sieben rote Karten waren.

Für Platz zwei entpuppte sich Aldo d´Argentré etwas stärker als Copernic de Play, dem man als zweite Kraft des Wettmarkts am ehesten zugetraut hatte, dem neuen „Kannibalen“ ein wenig den Appetit zu verderben. Deutlich zurück konnte Chicago Blues Platz vier nicht festhalten. Zwar gelang es dem kürzlich seinen 50. Sieg feiernden Clément Duvaldestin, Unero Montaval und Cantin de l´Eclair in Schach zu halten, doch gegen den Speedwirbel, den der kleine Coup Droit aus hintersten Regionen auf der Zielgeraden entfachte, war er machtlos. Wie eine Kanonenkugel schoss der Hagoort-Schützling als abgesehen vom Sieger Schnellster im Einlauf weit außen heran und steckte die Nase um einen Hauch eher an die imaginäre Linie.

In der Gesamtwertung führt Cleangame nun mit 74 zu 26 Punkten, die Balando und Colonel Bond auf dem Konto haben, genauso klar wie sein Mentor Jean-Michel Bazire bei den Trainern. Bei den Drivers hat JMB (43,5) mit Alexandre Abrivard einen vor der Nase, der die Mehrzahl seiner 50 Zähler durch zwei Siege und einen Ehrenplatz mit Cleangame eingesackt hat - bis der Trainer selbst die Leinen in die Hand zu nehmen gedachte.

Zur 9. Etappe trifft man sich in vier Wochen am 5. September rund 200 Kilometer Richtung Süden in Pornichet an der Côte d’Amour etwas nördlich jener Stelle, wo die Loire in den Atlantik mündet. Auf dem 1250 Meter langen Linkskurs sind dann 2725 Meter zu meistern. - (mw)

ERGEBNIS

Mittwoch, 08.08.2018
Saint Malo / Frankreich
Grand National du Trot VIII
90.000 € - 2950 m - Bänderstart
5j. bis 10j. Inländer

1.CleangameJean-Michel Bazire1:12,915
2.Aldo d´ArgentréAdrien Lamy1:13,7160
3.Copernic de PlayFranck Blandin1:13,796
4.Coup DroitMatthieu Abrivard1:13,5220
5.Chicago BluesClément Duvaldestin1:14,1230
6.Unero MontavalGabriele Gelormini1:13,5460
7.Cantin de l´EclairDavid Thomain1:13:5120
8.Brelan du VivierFranck Nivard1:14,3220
9.Bingo d´AttaqueFrançois Lecanu1:14,5870
10.Cathy A QuiraJean-Philippe Monclin1:13,9280
11.Amigo TurgotAdrien Blandin1:14,7830
12.Uniflosa BellaDenis Couvreux1:13,5110
13.Vaquéro du MontRomain Jajolet1:14,31920
14.Abydos du VivierBenoît Robin1:15,61130
15.Alpha SaltorDaniel Béthouart1:15,21930
 Dream de NilremEric Raffind. r.230
 Atoll DanoverMarius Coignardd. r.1670
 Vincent des ObeauxArnaud Albert Chavatted. r.1760

Cleangame 6j. W. v. Ouragan de Celland a. d. Red Bell v. Jag de Bellouet
Sieg; 15:10 - Platz; 12 - 22 - 18:10 - Zwilling: 83:10
Drilling: 123:10 - Dreierwette: 396:10

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