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4. NOV 2018

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V75: Mit röhrendem Sound zum Bahnrekord

(mw) - Romme, Samstag, 3. November. Am 19. Mai in Gävle hatte sich Heavy Sound mit einem 1:09,2-Sieg im Prins Daniels Lopp die sportliche Eintrittskarte für den Elitloppet gesichert. Besitzer Lennart Ågren verzichtete für den trotz seiner sechs Jahre noch nicht ganz gefestigt scheinenden Wallach und gab die Devise aus, es erst 2019 zu versuchen.

Wie sehr ihm die weitere Entwicklung des Ken Warkentin-Sohnes recht geben sollte, war an diesem 3 Grad frischen, trockenen Nachmittag im mittelschwedischen Romme zu bewundern, wo der Braune in einem Beat durch die Sprintprüfung des »American Trot« fetzte, dass dem Rest die Augen tränten. Auch wenn die Rivalen nicht allererste Güte hatten, war es doch eine echte Ansage fürs nächste Jahr, wenn er derart bei der Stange bleibt.

Dabei war die Aufgabe mit Startnummer 7 ein wenig knifflig, doch Kenneth Haugstad scherte sich darum kein Jota. Hurtig brachte er den vor dem Ab mächtig gegen die Hand gehenden Wallach ab, registrierte, wie der dank Björn Goops Künsten am flinksten in die Hufe gekommene Attack Diablo in der ersten Kurve Digital Ink passieren ließ und drückte dort, in dritter Spur hängen geblieben, das Gaspedal gnadenlos durch. Es war kein Ritt in die Todeslage, sondern gleich auf die Kommandobrücke, die er für die Schlussrunde besetzte und damit einen bombenfesten Grundstein für den 18. Erfolg »lifetime« legte.

Den Part des äußeren Leaders erbte Francais du Gull, hinter dem sich Vize-Europameister Milligan´s School, Special Promise, Diamanten und Queer Fish tummelten. Sorgen musste sich Haugstad mit jenem Pferd, dass er bei Roger Walmann gepflegt und gefahren hatte und dies, obwohl weiterhin bei dem Norweger angestellt, auch für Daniel Redén in Rennen pilotieren darf, zu keiner Sekunde machen. Milligan´s School, der im UET-Masters-Finale immerhin einen Readly Express hinter sich gelassen hatte, verließ 600 Meter vorm Ziel die Deckung hinter dem wenig später wie Special Promise resolut das Handtuch werfenden Francais du Gull. Einmal mehr zeigte sich, dass der Yankee Glide-Sohn Kopfwind scheut wie der Teufel das Weihwasser.

Beim geradezu brutal auf die Pauke hämmernden Heavy Sound, der seine Jahreseinkünfte im schlanken Gang unter Einstellung des 1:10,4-Bahnrekords eine Länge voraus auf 2.648.164 Kronen steigerte - insgesamt hat er 7.434.714 Kronen auf der Uhr -, hinterließ er gar keinen Eindruck und wurde auch vom von Björn Goop in vierter Einlaufspur teuflisch frisch gemachten Attack Diablo um Haupteslänge distanziert. Drei Längen zurück sicherte sich Digital Ink einen schmucklosen vierten Platz vor Diamanten, der unter Stig Johanssons Regie weiterhin meilenweit von jener Form entfernt ist, mit der er unter Robert Berghs Fuchtel bis vor ziemlich genau einem Jahr nicht nur Schweden, sondern auch Frankreich und Italien gerockt hatte.

»Er gefiel mir blendend. Nun müssen wir überlegen, ob wir bald Schluss machen und ihn mit ruhigem Wintertraining auf die nächste Saison vorbereiten« hielt Trainer Daniel Redén die kommenden Monate ein wenig in der Schwebe. »Eigentlich müsste er nach dieser langen, harten Saison, in der er so oft mit der nordeuropäischen Elite die Klingen gekreuzt hat, mal ein wenig durchschnaufen. Es klingt verrückt, aber trotz der Fabelzeit - und das im kalten November - hat er mir heute gar nicht mal optimal gefallen und war am Ende doch ein wenig müde. Er hat 2018 seine vierte Gulddivisionen gewonnen- und dazu das St-Michels-Race in Finnland - „eine absolut erstaunliche Entwicklung nach dem praktisch verlorenen Jahr 2017. Ich hätte das nie für möglich gehalten«, meinte Haugstad, der bei allen 39 Starts im Sulky gesessen hatte.

ERGEBNIS

Samstag, 03.11.2018
Romme / Schweden
American Trot
409.500 SEK / 41.114 € - 1640 m - Autostart
Gulddivsionen

1.Heavy SoundKenneth Haugstad1:10,416
2.Attack DiabloBjörn Goop1:10,6123
3.Milligan´s SchoolUlf Eriksson1:10,650
4.Digital InkRobert Bergh1:11,068
5.DiamantenChristoffer Eriksson1:11,2125
6.Caid GriffÖrjan Kihlström1:11,3208
7.Queer FishKaj Widell1:11,5360
8.Going für Gold ZazNicklas Westerholm1:11,6479
9.Nappa ScarPer Lennartsson1:11,6324
10.Special PromiseMika Forss1:12,3938
11.Francis GullErik Lindegren1:13,7909
12.Officer C.D.   

Heavy Sound - 6j. W. v. Ken Warkentin a. d. Ilkustre November v Viking Kronos
Sieg: 16:10 - Richterspruch: sicher 1½ - Hals - 3 - 1½ - ½ Länge
Wert: 200.000 - 100.000 - 50.000 - 26.500 - 17.000 - 10.000 - 6.000 SEK

Nach ziemlich aufwändigem Verlauf - auf der ersten Überseite rauschte er in der »Klass I« über Spur drei in die Todeslage, wo er nach 400 Metern von My Dream Art abgelöst wurde, nur um 700 Meter vorm Ziel in dritter Spur erneut die Lokomotive zu geben - hielt der die Nase als Erster auf die Zielgerade steckende New Dawn (Thorsten Tietz) in 1:13,1 / 2140m mit eisernem Willen Platz vier fest und bekam für den schneidigen Vortrag 16.000 Kronen angeschrieben. Die Stockerl-Plätze machte jenes Trio unter sich aus, das sich in äußeren Spuren durchweg auf den letzten Plätzen getummelt hatte. Oskar Andersson rettete sich mit 395er Longshot Radagast um Nüsternbreite gegen seinen ständigen Schatten Global Unprotected ins Ziel, und auch Visitor (alle 1:12,9) schlug lediglich eine Länge später an.

Auch im abschließenden »Stayer-Lopp«, mit dem die größte Stadt Dalarnas seit 1969 Charlie Mills, dem ersten Weltbürger des Trabrennsports, als erste Rennbahn Schwedens ein Denkmal gesetzt hat, war das Rennglück dem alten und wohl auch neuen »Vize« der deutschen Trainergilde nicht unbedingt hold. Bis zu 60 Meter Vorsprung - beispielsweise zu On Track Piraten - nahm Jamie Oliver mit auf die für ihn 3140 Meter weite Reise. Den Bänderstart, vor dem Tietz einigen Respekt hatte, bekam der Oscar Schindler-Sohn fehlerlos und schwungvoll hin, lag unterwegs an vierter Innenposition - und wurde wie einige Andere vom total einbrechenden Führungsspieler Corroded aufgehalten, als der stets am Feldende herumlungernde On Track Piraten ab 700 Meter vorm Ziel zum finalen Tanz bat. Hatte Tietz´ Dunkelfuchs erst spät etwas freie Fahrt, so dass es wenigstens zur siebenten und letzten 5.000-Kronen-Prämie reichte, so spielte der große alte, mit Meriten und Geld überhäufte Wallach Hans Strömbergs in bestechender Manier mit den Rivalen Katz und Maus.

ERGEBNIS

Samstag, 03.11.2018
Romme / Schweden
Charlie Mills Race
261.000 / 26.264 € - 3140 m - Bänderstart
Gulddivsionen - Startzeit: 18:42 Uhr

1.On Track PiratenRikard N. Skoglund1:14,242
2.Scarlets MirakelUlf Eriksson1:15,4426
3.Ready RibbBjörn Goop1:15,089
4.Bucks To BurnÖrjan Kihlström1:15,844
5.Xanthis CoktailUlf Ohlsson1:16,3244
6.Nakoda GojKevin Svedlund1:14,9434
7.Jamie OliverThorsten Tietz1:16.4212
8.Sir Henry P.HillJörgen Westholm1:16.7107
9.Laddy LadayMagnus Jakobsson1:16.3102
10.CorrodedRobert Bergh1:15,471
11.Speed DeliciousNicklas Westerholm1:15.4102
12.Special MajorMika Forss1:13,0343
 Antonio TrotJorma Kontiod. r.118
 It´s Showtime ZazPer Lennartssond. r.119
-NS-Perfect King   

On Track Piraten - 10j. W. v. Kool du Caux a.d. Monrovia von Rite On Line
Sieg: 42:10 - Platz: 18 - 18 - 26:10 - ZW: 1.565:10 - Trio; 12.223:10
Wert: 125.000 - 62.500 - 31.000 - 16.000 - 10.000.- 7.000 - 5.000 - 5.000 Skr


Beim 137. Start seiner am 31. Januar 2011 hier in Romme mit einem Sieg eingeläuteten Laufbahn baute er, erstmals mit Rikard Skoglund liiert, 4½ Längen voraus in für ihn nicht weltbewegenden 1:14,2/3200m seine Visitenkarte auf 42 Siege und 16.684.005 Kronen aus und machte sich noch ein wenig unsterblicher. Es war der 29. Volltreffer in der Königswette für den besten Nachkommen des noch immer den Vincenner Bahnrekord haltenden Kool du Caux, der ja gerade erst Schwedens ersten International-Trot-Sieger Callit in der Siegstatistik dieser (bzw. der früheren V65-) Wettart abgelöst hatte.

Ten Months After und Harry Boy
Jubeln durften die Deutschen am unter dem Motto »Halloween-Travet« stehenden Nachmittag dennoch - und das zuhauf. Nicht »Ten Years«, sondern ziemlich genau »Ten Months After« ihrer ersten fetten Prise bei der letzten V75-Ausspielung 2017, als sie etwas über 2,2 Millionen Euro kassiert hatten, sahnte eine deutsche Tipp-Gemeinschaft erneut kräftig ab.

Mit knapp 20.000 Euro Einsatz oder an die 400.000 Wetten war sie eine von Sieben, die die mit zwei Riesenaußenseitern, aber auch zwei »Bänken« gespickte Wette traf. Ein Jackpot von 40 Millionen Kronen hatte einen Umsatz von rund 111 Millionen Kronen generiert, und von den rund 70 Millionen Kronen, die für »Sieben auf einen Schein« ausbezahlt wurden, strichen sie mit einigen »Sechsern« und »Fünfern« insgesamt 1,2 Millionen Euro ein.

Harry Cheadle, der in Südafrika geborene, in Stockholm ansässige, mittlerweile Kultstatus genießende Rennkommentator für die Ausland-Übertragungen der ATG, geriet nach dem letzten Hurra völlig aus dem Häuschen und erhofft sich nun »im kommenden Jahr von meinen deutschen Freunden fürs Daumendrücken und Anfeuern eine Menge deutscher Bratwürste«. Auch »Harry-Boy«, das computergestützte schwedische Wett-System, vergleichbar etwa dem deutschen »Quick-Tipp«, bewies einmal mehr, dass er sein Geschäft versteht. Im 40 Kilometer von Romme entfernten und damit für schwedische Verhältnisse um die Ecke liegenden Hedemora brachte er einem Glückspilz für 192 Kronen oder 384 Wettkombinationen 9,7 Millionen Kronen Ertrag.

Umsatz V75: 110.992.626 SEK
1. Rang: 7,23 Systeme à 9.583.405 SEK
2. Rang: 7.255 SEK
3. Rang: 236 SEK

Umsatz Top-7 (Klass I): 1.724.638 SEK

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